DKP Greifswald

Deutsche Kommunistische Partei Greifswald

Was ist schlimm daran, daß Joachim Gauck Bundespräsident wird?

22.02.12 (F### Fortgeschrittene ###, F_Was ist schlimm an .., TaP ### Tagespolitik ###, TaP Kontrovers, TaP kurze Bemerkungen)

Wörter: 594; Linkslevel: Fortgeschrittene
Zunächst sollte der Artikel »Was ist schlimm an Joachim Gauck?« gelesen werden.
Natürlich – bisher waren fast alle Bundespräsidenten schlimm – trotzdem kritisieren wir den neuesten Kandidaten.
Joachim Gauck ist ein Rechtspolitiker. Das heißt er steht weit rechts.

 

Was bedeutet das?

J. G. ist unsolidarisch, asozial, antikommunistisch und kriegerisch. Wir kürzen das ab, weil darüber bereits geschrieben wurde. Hier wird erläutert, was es bedeutet, daß dieser Mensch Bundespräsident wird.

 

Für den Osten

Bei der Annexion der DDR gab es zwei Sonderstrafbehörden, die die DDR bzw. die EX-DDR terrorisierten: Die Treuhand und die Gauckbehörde.
Beide Behörden führten Auftragsstrafaktionen gegen renitente Ossis durch. Die Treuhand durch Entlassung und die Gauckbehörde durch Gaucken.
J. G. war bekanntermaßen der Leiter der einen dieser beiden Institutionen.

 

Kollaboration

Was bedeutet das?

Das bedeutet, daß J. G. aus Sicht der DDR ein Hochverräter und Kollaborateur ist. J. G. hat der BRD bei der Eroberung der DDR gedient. Er hat bisher in Ermangelung geeigneter Belohnung als Berufsantikommunist gearbeitet, ist dann wie schon beschrieben (obiger Link) auf einen bedeutungslosen Versorgungsposten in der EU abgeschoben worden und nun mit dem Posten des Bundespräsidenten belohnt worden.
Für den Osten bedeutet das, daß der Kollaborateur Gauck nun Bundespräsident ist. Es ist für den Krieg und somit ein würdiger Vertreter der imperialistischen BRD.

 

Krieg

Mit dem neuen Bundespräsidenten werden die alten Kriege geführt, die Armen weiter verarmt, die Reichen werden reicher und ein antikommunistischer Theologe darf seinen Senf dazugeben, bis er völlig verkalkt ist.

 

Für den Westen

Die Belohnung Herrn Gaucks ist ein weiterer symbolischer Sieg über den kaum noch existenten Kommunismus. Allerdings hat man es offenbar nötig einen Berufsantikommunisten zum Bundespräsidenten zu machen.

 

Für die Parteien

SPD
Eine Schande ist es, daß die ausgerechnet SPD diesen extremen Rechtskandidaten (nun zum zweiten Mal) aufgestellt hat. Eine Rückkehr der SPD zu einem sozialeren Profil wird so unglaubwürdig. Daß die SPD keine Frau aufgestellt hat, bedeutet, daß sie inzwischen so weit rechts steht, daß sie auch die Emanzipation der Frau aufgegeben hat. Diese wird mittlerweile nur noch von Grünen, Piraten, Linken und natürlich Kommunisten vorangetrieben. Die Partei, die es nicht geschafft hat, der Rassisten Sarrazin auszuschließen, hat nun ein weiteres mal klar gemacht,daß sie vorhat die CDU von ihrer Position im politischen Spektrum zu verdrängen.
 

FDP
Die FDP hat mit ihrer klaren Parteiname für J. G. den Koalitionspartner erpreßt. Für die untergehende FDP war dies die letzte große Tat. Allerdings war diese Tat rechtsgerichtet und wie immer haben die Bürger dieses Landes nichts davon. In zehn Jahren wird man bei FDP FTP verstehen – das heißt File Transfer Protokoll.
 

Union (CDU/CSU)
Die Union hätte eigentlich selbst diesen Kandidaten, der ihr politisch nahesteht und ihr aufgedrängt wurde, aufstellen müssen.
 

Grüne,
Die Grünen, wollen eigentlich eine Frau und verärgern ihre Basis mit dem sarrazionophilen Kandidaten. Machtwille und Opportunismus sind stärker.
 

Partei die Linke
Diese Partei wird wahrscheinlich eine weibliche Gegenkandidatin aufstellen. Das vor allem, weil Herr Gauck für sie außerdem ein Brechmittel ist und weit rechts steht. J. G. Ist der personifizierte kalte Krieg.

 

Für die BRD

Eine Parteienfront aus CSU/CSU, SPD, Bündnis-Grünen und FDP präsentierte diesen Hartz-IV- und Kriegs- befürwortenden Kandidaten. Über die Occupy-Bewegung machte er sich lustig. Das klärt die Fronten! Auf diese Weise sind die Volksfeinde kenntlich geworden. Herr Gauck ist ein würdiger Vertreter der imperialistischen BRD.
Der postfaschistische Staat BRD, der wieder Krieg führt, und Ausländer im Mittelmeer ertrinken läßt (Frontex ging auf deutsche Initiative zurück), hat nun neben einer Kollaborateurin als Bundeskanzlerin auch einen Kollaborateur als Bundespräsidenten. Jetzt muß nur noch Günter Krause zum Verfassungsrichter ernannt werden.
 
[Evariste]

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Zur Kultur der Dummheit – Faschingszeit

16.02.12 (TaP ### Tagespolitik ###, TaP kurze Bemerkungen, ThK ### Thematische Kategorien ###, ThK Elend, | S St ## Serie Staaten ##, | S St Bundesrepublik Deutschland)

Wörter: 482
Am 16.02. meldete d-radio, in den Städten sowieso + sowieso hätte der Karnevall begonnen. Eine bunte Volksmenge stürmte die Rathäuser und die Frauen (Wie lustig – die Frauen!!!) übernahmen das Regiment.
 

Interessant daran ist für uns, daß wie in einem Theaterstück Revolution geprobt wird, jedoch ohne Revolutionäre. Eine Menge von Jecken stürmt die Rathäuser! Jedoch nicht, um das Volk an der Macht zu beteiligen, sondern nur, um so zu tun! Die selben Medien, die die Kriege gegen Libyen und in Syrien verschweigen, berichten bereitwillig über das lustige Treiben der Jecken, den Sturm auf die Rathäuser und die scheinbare Machtergreifung der Frauen.
 

Wie konnte dieser Quatsch entstehen?

In der Entstehungszeit des Karnevalls gab es wirkliche Bestrebungen des Volkes sich zu beschweren, oder sogar den Griff zur Macht. Da jedoch die Unterdrückerseite über Mittel der Gewalt verfügt und die Untertanen es sich zur Gewohnheit werden ließen, Macht als Autorität zu betrachten, wurden sie schnell gehorsam und veralberten in Zusammenarbeit mit den Herrschenden ihre eigenen Demokratiebestrebungen. Genau das ist mit tatkräftiger Unterstützung der Herrschenden deutsche Kultur geworden. Lustig ist erlaubt und Revolution-spielen ist nur erlaubt, wenn es lustig geschieht. Irgendwann erstarrte der abgebrochene Aufstand als Tradition. Konservative wurden zu Trägern der Tradition. Schließlich wurde die Tradition die – der Dummen und nicht erwachsen gewordenen. Ganz vorn mit dabei bei der Veralberung der ehemals demokratischen Bestrebungen sind die Unternehmerparteien CDU und CSU.
 

Bloß keinen Ernst !

Eine Kultur der Selbstveralberung des Volkes der Veralberung von Revolution, der Veralberung von Emanzipation entspricht dem Klassenbewußtsein der herrschenden Klasse. Da das Volk der BRD kein eigenes Klassenbewußtsein hat, feiert es seine eigene Blödheit.
Untertan sein, kann Spaß machen! Und wer die Arbeit noch nicht vergessen hat, kann mit den offiziellen Staatsbetäubungsmitteln Alkohol und Fernsehen nachhelfen.
Die Inszenierung der lustigen Volksdemokratie geht so weit, daß in den Umzügen sogar pseudopolitische Inhalte vorkommen. Ernstes ist nicht erlaubt, denn es muß lustig sein und Ernstes ist nicht lustig!
 

Bloß keine Emanzipation !

Eine wirklich lustige Sitte (vor allem für die jenigen Männer, die den Karneval vergessen haben) ist das Abschneiden der Krawatten. Ungeachtet des Preises werden Krawatten von weiblichen Jecken erbarmungslos abgeschnitten. Dies’ geschieht jedoch nicht, um die Blutzirkulation der betreffenden Patienten zu verbessern, sondern um ihnen den Ernst auszutreiben. Und all dies’ ist entstanden, um die Herrschenden der Vergangenheit mithilfe demonstrierter Unzurechnungsfähigkeit gnädig zu stimmen. Daß diese Schande des Volkes nun jedes Jahr inszeniert wird, bedeutet eine uneingestandene Niederlage. Das Volk feiert die Kanalisierung seiner eigenen politischen Potenzen. Es feiert die eigene Unterdrückung, es unterwirft sich mit dem Schlachruf “Wir sind dumm – also harmlos!” Es feiert die Dummheit – die eigene Schande.

Wahrlich eine Kultur der Dummheit!
 

Ist das Abschneiden von Schlipsen oder Krawatten weibliche Emanzipation?
Es ist ein rudimentäres Zugeständnis der Herrschenden an die Unterdrückten, am Narrentag in die Kleiderordnung hineinzureden. Für uns ist es Symbol für die Kulturwerdung von Opportunismus und Blödheit.
[Evariste]

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Was ist der Unterschied zwischen Nazis und Amokläufern?

14.02.12 (A### Anfänger ###, A_ Was ist der Unterschied ..., ThK ### Thematische Kategorien ###, ThK Antifa ## Antifaschismus ##, ThK Antifa Faschismus)

Wörter: 1617; Linkslevel: Anfänger
Eigentlich muß der Artikel „Was ist der Unterschied zwischen Faschisten und Amokläufern“ heißen, den der Nazi ist ein sehr spezieller Faschist1. Gleichwohl wird “Nazi” häufig synonym zu “Faschist” benutzt. Faschist ist hier die korrekte Vokabel.
In »Was ist schlimm an Sicherheitsverwahrung?« (Unterkapitel Einspruch) wurden Sexualstraftäter mit rechtsextremen Straftätern verglichen. Hier vergleichen wir Faschisten mit Amokläufern.
Was haben also Faschisten und Amokläufer gemein?

 

Gemeinsamkeiten

Das Leben des Faschisten und das des Amokläufers laufen darauf hinaus, Menschen zu töten. Ihr gesamtes Leben ist auf Destruktion ausgerichtet. Sie sind im eigentlichen Sinne Nihilisten. Sowohl Nazis als auch Faschisten hängen nicht (sehr) an ihrem Leben. Der Amokläufer möchte sterben und der Faschist findet Menschenleben allgemein nicht besonders wertvoll.
Beide Sorten von Nihilisten benutzen Waffen und bereiten sich lange Zeit auf ihre Benutzung vor. Beide handeln aus Schmerz.

 

Unterschiede

Trotzdem sind Faschisten und Amokläufer sehr verschieden.

 

Faschisten

Der Faschist liebt die Gewalt und verachtet Zivilisation und Humanismus. er möchte den Menschen zum Tier machen. Gewalt Tod und Strafe bilden seinen Lebensinhalt. Um diesen Lebensinhalt zu verwirklichen ist er bereit die hahnebüchensten Begründungen heranzuziehen. Alle faschistischen Ideologien sind daher prinzipiell unorigenell, unoriginär und eklektisch zusammenkopiert. Genau das charakterisiert auch den sogenannten Nationalsozialismus, welcher als Theorie überhaupt nicht existiert. Der Nazi ist also ein Gewaltmensch. Er hat Liebe, Achtung und Respekt entweder nicht erlernt oder verachten gelernt. Die psychologische Ausstattung von Nazis ist unterschiedlich. Sehr häufig ist die Scham und die Verachtung für menschliches, friedliches, für weibliches, für schwaches. Dabei ist der Nazi selbst schwach – nämlich im Geiste und vor allem in der Seele. Die meisten Nazis wurden im Kindes- und Kleinkindalter emotional depriviert. Beziehungen zu anderen Menschen fallen ihnen schwer. Die Umwelt erscheint feindlich. Probleme möchte der Nazi mit Gewalt lösen. Eine solidaritätsfeindliche Ideologie, wie sie z. B. auch von nichtfaschistischen Bürgerlichen vertreten wird, paßt intellektuell genau auf die seelischen Bedürfnisse des Nazis und festigt dessen destruktives Weltbild.
Scham empfindet der Nazi nicht nur wegen Menschlichkeit oder Weichheit vor seinen Kameraden. Wird ihm seine Asozialität in Gegenwart anderer Menschen als Manko bewußt, wird er gewalttätig um dieses Gefühl zu betäuben. Die eigene Ideologie erzeugt einen Minderwertigkeitskomplex, dem er nur durch Unterwerfung von Gegnern ausweichen kann.

 

Amokläufer

Der Amokläufer ist ähnlich wie der Nazi von seinen Eltern emotional depriviert worden und wächst bildungsfern auf. Seine Umgebung ist faschistoid genug, ihn zum “Looser” zu machen und zum Amokläufer zu erziehen. Der Amokläufer wurde hundertfach gedemütigt und frißt dese Demut in sich hinein. Da er niemanden hat, von dem er Liebe bekommt, wächst der Haß, welchen er schließlich gegen die gesamte Welt richtet. Der Amokläufer ist selten, weil es in der Regel Möglichkeiten der konstruktiven Verarbeitung oder wenigstens des Trostes gibt. Der Amokläufer hat niemals Trost gefunden. Er macht deswegen mit seiner Umwelt ausschließlich negative Erfahrungen. Positive Erfahrungen glaubt er nicht mehr. Er lernt die Welt als ihm feindlich gegenüberstehend zu betrachten. Diese negative Erfahrung läßt ihn zunächst schmerzlich, von der Gesellschaft, der Menschheit und der Welt Abschied nehmen. Der Wunsch zum Tod ist bereits ausgeprägt, der Plan zum Massenmord entsteht aus dem Wunsch das Schlachtfeld – den Ort der Demütigung – als Sieger zu verlassen, denn der Amokläufer weiß, das die anderen etwas haben, was er selbst nicht hat und von dem er (teils zurecht) glaubt, daß es ihm verwehrt wird.
Scham empfindet auch der Amokläufer und wie beim Nazi entsteht in ihm das Bedürfnis die Schmach durch Gewalt auszulöschen.

 

Extrakt weiterer Gemeinsamkeiten

Wie erwähnt empfinden beide Sorten von Nihilisten ihre Umwelt als feindlich. Beide Sorten von Nihilisten können – logischer Weise – nicht konstruktiv denken und die Ursache ihres Problems daher nicht erkennen. Der Faschismus ist wie der Amoklauf ein kapitalistisches Phänomen. Es beruht auf der (akzeptierten) Ungleichheit und der Herabwürdigung in der Gesellschaft.

 

Vergleich

Im Gegensatz zum Nazi ist der Amokläufer ein Opfer des Faschismus, der Nazi — ein Täter. Weil der Amokläufer jedoch nicht gelernt hat, Probleme konstruktiv zu lösen und auch zu schwach dafür ist, wird er kein Kämpfer für Gerechtigkeit, sondern folgt der Logik der Ausgrenzung, der er der Dauer und Perspektivlosigkeit wegen als existenzielle Bedrohung erfahren hat. Der Nazi hingegen ist stolz auf seine Destruktivität – selbst wenn sie ihm Schmerzen bereitet.
Für beide Sorten von Nihilisten sind die Scham sowie Ansehens/Machtgewinn/-verlust bedeutende Triebkräfte. Dabei will der Nazi alle unterwerfen und den Gegner vernichten und der Amokläufer seine Gegner auslöschen.

 

Extrakt der Unterschiede

Verachtung der eigenen Person
Der Faschist lernt mit dem Menschlichen auch sich selbst zu verachtenden. Den Schmerz daran versucht er in seiner Kindheit zu begraben.
Der Amokläufer erfährt die Verachtung von seiner Umgebung. Er wird ohne Rückhalt verletzt. Lange noch besitzt er Sehnsucht nach Menschlichkeit.
 

Ziele
Der Nazi strebt die Mehrheit an und will selbst verletzen. Der Amokläufer hat als Ziel seine nächste Umgebung, vor der er sich als Mensch (immer noch) schämt. Sein Ziel ist nicht die Erziehung, sondern die Auslöschung der Scham durch Auslöschung derer die ihn zurückgesetzt, beschämt, verleumdet und verletzt haben. Das Ziel des Nazis ist das, einen abstrakten (extra zu diesem Zwecke) postulierten Feind auszulöschen. Dieser Feind muß keine reale Bedrohung darstellen und den Nazi auch nicht beleidigt haben. Dem Nazi reicht eine eingebildete Bedrohung. Die Wut des Nazi kann sich daher auch gegen völlig wehrlose Menschen richten. Der Nazi handelt aus dem geheimen Bedürfnis zu Gewalt, die er vor sich selbst mit der Minderwertigkeit, Bosheit oder Verschlagenheit seiner Ziele begründet. Der Nazi handelt daher organisiert. Der Amokläufer hat in der Regel nicht die Möglichkeit sich zu organisieren. zunächst, weil er zu selten ist, weil sein Weltbild Verbündete meist ausschließt und weil er sterben will.
Der Amokläufer wendet sich natürlicher Weise gegen die diziplingebietende Sittsamkeit, das Bildungssystem und seine als unterdrückerisch empfundene Umgebung, ihre Repräsentanten und Menschen, die ihn (un- oder wissentlich) verletzt haben. Der Faschist wendet sich gegen die Humanität, gegen Solidarität, gegen Gleichheit, gegen alles Schwache und hat Standartfeinde, sowie geschmacksspezifische Lieblingsfeinde. Zu den Standartfeinden gehören einige traditionelle als schwach angesehene soziale Gruppen, aber immer auch Linke aller Couleur.
 

Rechtfertigung und Öffentlichkeit
Der Amokläufer, weil er unsozial agiert, benötigt keine rechtfertigende Ideologie. Da er was er tut, nicht vertreten kann, wäre ein dem Feind in die Hände fallen, eine Niederlage, die ihm weitere Scham und Verachtung eintragen würde. Der Nazi, obgleich er gern Gewalt anwendet und zum Handeln keine Rechtfertigung braucht, organisiert sich und kämpft für die Idee des Unmenschlichen. Für diese nimmt er jedoch bedenkenlos auch menschliche Begründungen in Anspruch. Der Amokläufer ist kein Öffentlichkeitsarbeiter. Er muß sterben, weil er seine Rache nicht vertreten kann. Der Nazi kann sterben. Für den Nazi ist der Kampf das Ziel, für den Amokläufer – der Tod
 

Scham
Beim Nazi kann Scham vor anderen (Nichtnazis) auftreten. Der Nazi will sie jedoch nicht wahrhaben.
Im Gegensatz dazu ist der Amokläufer einer jahrelangen von ihm selbst empfundenen Herabwürdigung ausgesetzt. Die Minderwertigkeit wird dabei so stark empfunden, daß das Nicht-wahrhaben-wollen nicht auftritt.
 

Brutalität
Der Faschist ist ein natürlicher Mörder und quält auch schon mal Opfer um seine Ziele zu erreichen. Der verzweifelte Amokläufer tut nichts, wovon er glaubt, daß es seinen Schmerz vergrößern könnte. Der Schmerz treibt ihn an und er beläßt es bei der schnellen Auslöschung derer, die seinem Selbstwertgefühl im Wege stehen könnten oder dies’ in der Vergangenheit taten.

 

Verwandte Erscheinungen

Eine abgesehen von der ungeheuren Brutalität nicht genau aber in etwa dazwischen liegende Erscheinung ist der Satanismus. Wir betrachten hier nur den, der in modernen Industriestaaten auftritt. Der Satanismus findet seine Anhänger unter den Schulverweigerern, die Ihre Eltern, Ihre Lehrer und die Gesellschaft um sie herum von der sie sich zu Disziplin und Kenntniserwerb genötigt fühlen, möglichst schlimm vor den Kopf stoßen wollen. Alle Moral wollen sie verwerfen und bewegen sich dabei erkennbar in eben jenem christlich geprägten Moralsystem, das es nicht vermocht hat, sie zu erziehen sondern eine starke Gegenwehr auslöste. Da der Satanist mangels Bildung und Phantasie diesem Denkschema nicht entkommen kann, dreht er es einfach nur um. Der Satanist fühlt sich nicht ernst genommen und will auftrumpfen. Dazu organisiert er sich. Ersteres macht ihn mit dem Amokläufer, das zweite mit dem Faschisten verwand. Gemeinsam mit beiden hat er die Menschenfeindlichkeit. Der Satanist hat die Perspektive geistig zu verfallen. Die Ablehnung der allgemeinen Moral begründet seine Verwandtschaft zum Faschismus, die Motivationslage zu seiner geistigen Herkunft und seiner Umgebung begründet die Verwandtschaft zum Amokläufer. Satanismus ist im eigentlichen Sinne nur ein negativer Christianismus – also vom Standpunkt des Atheisten – geistig dasselbe. Alle christlichen Vorstellungen wurden einfach gewendet.

 

Ursachen

Alle diese Erscheinungen sind kapitalistischen Ursprungs. Sie liegen in der Ungleichheit und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz begründet. Hierdurch entstehen massenhaft Asozialität und Ressentiments. (→ »Was ist für Linke asozial?«) Werden die Ressentiments ausgelebt, entsteht noch mehr Asozialität. (→ »Was ist ein Ressentiment? – Wie funktioniert ein Ressentiment?«)
In den sozialistischen Ländern sind alle diese Erscheinungen nahezu unbekannt oder nur als Erscheinungen der kapitalistischen Welt bekannt gewesen.

 

Folgen der Menschenverachtung

Die Verachtung ist eine anerzogene Verhaltensweise ihre Akzeptanz bedeutet Akzeptanz von Opfern. Wer Täter wird, ist meist schon mal Opfer gewesen. Solange die Verachtung für andere Menschen fest zum Denkmuster von Gewalttätern gehören, sind Solidarität und Verantwortung für diese Menschen für die Gewalttäter unvorstellbar. Durch lange Dauer oder ideologische Festigung wird ein Zustand erreicht, in dem die Persönlichkeit Schaden nimmt. Wenn dann keine bewußte Abkehr von Haß und Menschenverachtung stattfinden, können die Täter nie richtig erwachsen werden. Täter und Opfer nehmen daher Schaden.

 

Fazit

Obwohl beide Tätersorten strafen wollen, handelt der Amokläufer aus Verzweiflung, der Nazi aber nur aus Menschenverachtung.
Obwohl also ein Amokläufer meistens als Mehrfach- oder gar Massenmörder in Erscheinung tritt, ist der Nazi mit einem Rest von Risikoempfinden ein schlimmerer Mensch. Der Nazi ist schuldiger und weil er zahlreicher ist, bei weitem die gefährlichere Erscheinung.
[Evariste]
 

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Warum alternative Modelle zum politischen Spektrum falsch sind – Fortgeschrittenes zum politischen Spektrum

10.02.12 (#### Schule des Linksseins ####, F### Fortgeschrittene ###, ThK ### Thematische Kategorien ###, ThK Links bis Rechts)

Wörter: 3043; Linkslevel: Fortgeschrittene
Im Artikel
»Wie kommt das politische Spektrum zustande?« (Anfänger)← Bitte zuerst lesen!
wurde erklärt, welche prinzipiellen politischen Richtungen es gibt
und durch den Artikel
»Was ist der Unterschied zwischen Links und Rechts?« (Anfänger)
kann man das auch verstehen. In
»Wo stehen die Parteien im politischen Spektrum?« (Anfänger)
wurde erklärt, an welcher Stelle des politischen Spektrums die Parteien der BRD zu finden sind und wie ihre Überdeckungen sind. Dabei wurde bereits auf einige fortgeschrittene Themen, wie die Entwicklung der Parteien im Spektrum und der Frage, wo denn die “politische Mitte” wäre, (da einige Parteien von sich behaupten, dort zu stehen), eingegangen.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit der Frage, warum alternative Modelle zum politischen Spektrum falsch sind.
Wir verweisen als Referenz auf den Wikipedia-Artikel Politisches Spektrum.
Die dortigen falschen alternativen Modelle (zum politischen Spektrum) diskutieren wir hier. (Deutsche Wikipedia vom Februar 2012)
Viele der diskutieren Modelle sind nicht gerade von Wissenschaft inspiriert, sondern politische Wunschbilder. Dementsprechend unsachlich und unbegründet sind die Modelle. Einige davon sind natürlich rein demagogisch. ( → »Was ist Demagogie?«)

 

Falsche Alternativmodelle zum Politischen Spektrum

Hufeisenschema

Ein Beispiel für ein nichtbegründbares Wunschbild ist das Hufeisenschema
Das Hufeisenschema hat den wenigsten Text von allen Modellen. Die Autoren schreiben unter anderem, “Durch diese Darstellung soll zum Ausdruck gebracht werden, daß sich die beiden Ränder in manchen Punkten näher sind, als es der Rand zu Mitte ist”. Diesen Satz versteht man überhaupt nur, wenn man den Begriff “Rand” dem linearen politischen Spektrum entnimmt. Die Autoren haben dabei die Absicht der Verfechter sehr gut erkannt. Sie interpretieren dann: “Hierbei werden jedoch partielle Übereinstimmungen in den Methoden über grundsätzliche Unterschiede bei den Zielen sowie beim Welt- und Menschenbild gestellt.”
Was die Autoren richtig in das Modell hineininterpretieren ist natürlich durch gängige Ideologien und Hetze geprägt. Es handelt sich nämlich um die Veranschaulichung der Totalitarismusdoktrin. Diese wurde durch lange währende antikommunistische Propaganda von einer Doktrin zu einer Quasiideologie. Sie ist nur eine Quasiideologie, da sie nicht nur nicht durch Fakten begründbar ist, sondern überhaupt nur auf Hetze und falschen Beschuldigungen beruht. Tatsächlich ist das Menschenbild der Linken von dem der Rechten fundamental verschieden. Linke sind Humanisten, Rechte antihumanistisch.
Das Schema behaupte, daß besonders Linke („extreme“1 ~) sich der Mittel der besonders Rechten bedienen würden. Das hieße, daß besonders Linke Waffen sammeln und von Kriegen träumen würden, was nicht der Fall ist. Es hieße anders herum daß besonders Rechte besonders viel denken und analysieren und nach radikalen Möglichkeiten suchen würden, die sie ständig überall diskutierten, was ebenfalls nicht der Fall ist. Tatsächlich sind Rechtsextreme jedoch ziemlich argumentationsresistent und wenn man sie allein widerlegt, kann es passieren, daß sie gewalttätig werden, da sie eben gerade keine rationalen Gründe für ihre politische Einstellung haben, sondern mit ihr nur ihr brutales Handeln und Streben rechtfertigen.
Nie hat es eine rechtsextreme Theorie gegeben und niemals sind anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse aus rechtem Denken entstanden.
Das Hufeisenschema ist (möglicherweise unbeabsichtigt, aber nach dem Zitierten notwendiger Weise) so gezeichnet, daß das dort “linksradikal” genannte vom “rechtsradikal” genannten weiter entfernt ist, als es das “linksextrem” genannte von dem “rechtsextrem” genannten ist. Da die Autoren die Begriffe radikal und extrem leider nicht genau erklärt haben, müssen wir hier aushelfen und klar machen, daß sie auf dem Holzweg sind. Wir glauben, daß sie nicht einmal Beispiele für Gruppen und Organisationen zu finden in der Lage sind, die an den entsprechenden Stellen auf dem Hufeisen platziert werden könnten. Wir verweisen unbedingt auf unseren Anfängerartikel vom August 2010 »Was ist der Unterschied zwischen radikal und extrem?«. Dort wird nicht nur erläutert, was eigentlich radikal und was extrem ist, sondern auch, daß es keine Linksextremen und keine Rechtsradikalen gibt. Rechts und Links unterscheiden sich tatsächlich nicht nur fundamental in ihren Zielen, sondern auch in ihren Methoden.

 

Politisches Wertedreieck

Das Politische Wertedreieck ist ein schönes Beispiel für politische Dummheit. Um die Begründung brauchen sich die Erfinder nicht zu scheren, da man Dummheit gar nicht begründen kann. Wir nehmen das hier etwas genauer und das Dreieck auseinander. In der Wikipedia gibt es keine Referenz auf eine etwaige Theorie. Da die präsentierte Vorstellung jedoch eine Rolle spielt, wird sie diskutiert.

Betrachten wir zunächst die konservative Ecke des Dreiecks, die dort als “Sicherung/Konservatives” benannt und näher mit “Bewährtes bewahren” und “Sicherung des Status Quo” beschrieben wird. Bewahrt der Konservatismus bewährtes oder wickelt er Bibliotheken ab?
Am Ende der DDR wurden in Ostdeutschland durch westlichen “Konservatismus” fast 10 000 Bibliotheken vernichte. So viele Bücher haben selbst die Nazis im sogenannte dritten Reich nicht vernichtet, wenn man von Bombenschäden absieht. Wie sieht das Verhältnis des Konservatismus zu den (von ihm) sogenannten Orchideenfächern an den Universitäten aus? Bewahrt er die Gesundheitsversorgung und die Sozialwohnungen oder kürzt er Sozialleistungen zusammen. Was also sichert und bewahrt der sogenannte Konservatismus wirklich? Er sichert die Eigentumsverhältnisse und den Besitzstand. Aus Sicht eines Ausbeuters ist sein Besitzstand, ist die Ausbeutung und der Profit natürlich etwas “Bewährtes”.

Betrachten wir die Sozialistische Ecke “Gleichheit/Sozialismus”. Diese Ecke ist mit “auf wirtschaftliche Umverteilung von reich nach arm beziehungsweise auf Ausgleich innerhalb der Gesellschaft setzen” halbwegs richtig interpretiert, was uns überhaupt erst die Möglichkeit gibt, die anderen beiden Ecken in Relation dazu zu diskutieren. Wir fügen noch hinzu, daß auch schwache Linke erkannt haben, daß es in der Gesellschaft eine fortgesetzte Akkumulation des Reichtums gibt, was bedeutet, daß der gesellschaftliche Reichtum sich in immer weniger Händen konzentriert. Diese Konzentration hält so lange an, wie der Kapitalismus existiert. Sie ist nicht zu stoppen und daher auch nicht wegzudiskutieren.

Die Liberale Ecke ist mit “Freiheit/Liberalismus” gekennzeichnet und wird mit “mögliche Chancen nutzen und persönliche Freiheiten stärken” beschrieben. Was zunächst lachhaft dumm ist und kaum diskussionswürdig. Wir erinnern jedoch daran, daß diese Ecke (abgesehen von der Relativierung des Konservatismus) der wesentliche Punkt ist, der das “Politische Wertedreieck” vom Politischen Spektrum unterscheidet. Was also rechtfertigt die Existenz dieses Punktes im Schema? Stärken Liberale die persönlichen Freiheiten? Hierbei handelt es sich wohl um einen Irrglauben, da selbst nach (wissenschaftlich — nicht etwa politisch) konservativster Definition Freiheit — Möglichkeit bedeutet und eine Einschränkung von persönlichen Möglichkeiten logischer Weise eine Einschränkung von Freiheiten ist. Der sogenannte Liberalismus — auch wenn wir hier beschreiben, daß der zum Wirtschaftsliberalismus pervertiert ist, ist eigentlich bürgerlich und somit in Wirklichkeit konservativ. Denn es sind diese konservativen “Liberalen”, die die Ich-AG propagieren und das Schicksal der Menschen erschweren, wobei sie demagogisch von Eigenverantwortung schwadronieren. Eigenverantwortung bedeutet Leute allein zu lassen, ihnen Möglichkeiten zu nehmen – somit ihre Freiheiten zu verringern. Heute können wir den Gedanken der Freiheit in zwei unterschiedlichen Richtungen angewendet sehen in Bezug auf Menschen und in Bezug auf Unternehmen. (Man sieht also schon mal, daß die Ecke nicht spitz sein kann.) Die jeweils eine Freiheit schließt die jeweils andere aus. Die Freiheit der Unternehmen wird von den sogenannten Konservativen d. h, von den Unternehmer-Parteien und Verbänden vertreten. Sie ist in den kriminellen WTO-Verträgen und in den Lissabon-Verträgen und zahlreichen WTO-konformen EU-Richtlinien niedergelegt. Die Freiheit der Menschen hingegen ist der, der Unternehmen entgegengesetzt. Da im Kapitalismus Möglichkeiten mit Geld gemessen werden können, hängt die Freiheit vom Geld ab. Wer Geld hat, ist frei. Umverteilung von oben nach unten schafft also massenhaft Freiheit. Somit sind die Linken in Wahrheit liberaler, als die konservativen sogenannten Liberalen. Und hier sieht man, daß die liberale Ecke gar nicht existiert.

 

Politischer Kompass

Dieser “Kompaß” hat eine Ecke mehr zu diskutieren als das Dreieck.
Auch dieser “Kompaß” vermittelt selbst eine politische Wertvorstellung — nämlich de, daß Links-Rechts und liberal-autoritär zwei Dimensionen wären, die die politische Landschaft aufspannen – daß es also alle Kombinationen aus den entsprechenden Werten gibt.
Wir widersprechen dem und verweisen noch einmal auf den Artikel »Was ist der Unterschied zwischen Radikal und Extrem?«.
 

“liberale Linke” und “Liberale Rechte”!
Hat man jemals (außer Wirtschaftsliberale) liberale Rechte gesehen? Betrachten wir liberal wie schon oben beim Dreieck mal als wirtschaftsliberal, können wir fragen: “hat man jemals liberale Linke gesehen?”.
Fakt ist doch, daß das Liberale eine Illusion ist. Wer wirtschaftsliberal ist, ist rechts und wer “menschenliberal” ist, ist links.
 

“autoritäre Linke” und liberale Linke!
Wo gibt es autoritäre Linke? und liberale Linke im Spektrum der BRD? zunächst sind Linke nicht autoritär. Es gilt unter Linken durch Konsens das Prinzip der Verantwortung. Wer autoritär ist, muß die Vormachtstellung irgend wovon ableiten. Bei Linken geht das abr nicht, wohingegen die Rechten kein Problem mit Ungleichheit haben. Linke sind Links, weil sie für Gleichheit sind. Und wenn sie nicht für Gleichheit sind, sind sie nicht links. Betrachten wir mal die konservativen Vorstelungen vom Sozialismus osteuropäischer oder asiatischer Prägung, dann gibt es da Tyrannen, die schlimm sind, weil sie Kommunisten sind. Tatsächlich ist dieses Bild unrealistisch. Der Staatssozialismus, wie wir ihn beispielsweise bei den RGW-Ländern hatten, war nicht sehr demokratisch. Das war ein grundsätzlicher Fehler und durch diesen hat sich der Sozialismus von sich selbst entfernt. Die Folge der Abwesenheit von Demokratie ist immer eine Oligarchisierung, an deren Ende eine Monarchisierung steht. Das die Staaten offiziell sozialistisch waren, durfte es es keine Privilegien geben und eine herrschende Klasse konnte sich nicht bilden. Die Oligarchisierung wurde übersprungen und in zwei Fällen entstanden Quasimonarchen (J. W. S. in der Sowjetunion und N. C mit Ehefrau in Rumänien). Der eine Quasimonarch starb noch zu Zeiten des Sozialismus und man schämte sich seiner. Der andere beutete die durch den Sozialismus erlangte Machtfülle bis zu seinem elenden Ende aus. Die jenigen, die sich im Sozialismus Privilegien verschafft haben oder verschaffen wollten waren (logischer Weise) keine Linken.
Heute wissen wir, daß man Revolutionen selbst machen muß (Das unreife DDR-Volk hat den Sozialismus geschenkt bekommen.) und daß man nur Volksherrschaft erlangen muß. Gibt es echte Volksherrschaft, entsteht Sozialismus durch Interessenvertretung von ganz allein. Imperialisten wissen das und versuchen diesen ihren Albtraum zu verhindern.
 

“autoritäre Rechte”
Ja — es gibt autoritäre Rechte. Es gibt aber auch rechtsextreme Rechte, die so brutal sind,daß es ganz egal ist, wie autoritär sie sind. Natürlich wollen Rechte besser sein als andre. Sie wollen “der Boss sein”. Liberale Rechte gibt es wie oben erwähnt nicht.

 

Ableitungen der alternativen Wikipedia-Modelle vom politischen Spektrum

Es wurden drei miteinander nur durch das politische Spektrum selbst verwande — weil von ihm abgeleitete Modelle präsentiert — drei Versuche, in die zweite Dimension auszuweichen. Will man zwischen dem Hufeisenmodell und dem “Kompaß” eine Ähnlichkeit sehen, so muß man “autoritär” mit “radikal” gleichsetzen. Letztlich hat aber das Hufeisen eine Dimension d. h. In der Mitte des Hufeisens befindet sich nichts, was eine Aussage des Modells ist, die es mit dem zweidimensionalen Kompaß unvereinbar macht.

 

Nolan-Diagramm

Im angelsächsischen Raum ist das Nolan-Diagramm von David Nolan populär
Es sieht folgendemaßen aus:

			    _____________________________________________
			   /|\													     |
	per-  	    |													     |
	sön- 	    |        Links								      Libertär	     |
	liche 	    |													     |
			    |													     |
	Frei- 	    |													     |
	heit    	    |													     |
			    |													     |
			    |													     |
			    |													     |
			    |													     |
			    |													     |
			    |   „Populistisch“					 	      Rechts  	     |
			    |													     |
			0  |____________________________________________ |
			    0   						   ökonomische Freiheit  ----->

Nolan-Diagramm aus englischer Wikipedia : Nolan Chart

 

Beschreibung

Die Linke Achse (Pfeil nach oben angedeutet) zeigt die Steigerung der persönlichen Freiheit2. Die untere Achse die der ökonomischen Freiheit. Sind beide Werte hoch, sieht Nolan dort das „Libertäre“, ist die ökonomische Freiheit klein und die persönliche Freiheit groß, sieht der dort die Linke, sind die persönlichen Freiheiten klein und die ökonomischen groß, sieht Nolan dort die Rechte am Ruder wenn beide Sorten von Freiheiten klein sind, nennt er das „Populismus“ – was natürlich Blödsinn ist. In der englischen Wikipedia ist diese Null-Ecke als totalitaristisch bezeichnet.
 

Was ist falsch am Nolan-Diagramm?

Zunächst ist der Begriff der persönlichen Freiheit von dem der ökonomischen schlecht zu trennen. Es ist einfach ein altes Dogma, daß beide unabhängig von einander sind. Fakt ist, daß ökonomische Unabhängigkeit persönliche Freiheit bedingt, wodurch dann z. B. Emanzipation auftreten kann. Diese Situation erfordert jedoch eine gewisse Produktivkraftentwicklung und einen gewissen Energieverbrauch. Das heißt, daß Abszisse und Ordinate eigentlich zusammenfallen. Die Dimensionen sind also schon mal schlecht gewählt. Blödsinn wollen wir nicht diskutieren.

 

Englisches“ Nolan-Diagramm

Aus diesem Grunde präsentieren wir eine andere Variante des Nolan Diagramms von der englischen Wikipedia-Seite Political Spectrum. Dort finden wir die beiden Dimensionen „kultureller Fokus zwischen Individuum und Gemeinschaft“ und „ökonomischer Fokus zwischen Individuum und Gemeinschaft“.
Es sieht folgendemaßen aus:


						kultureller Fokus auf der Gemeinschaft
			    _______________________________________________
	öko- 	    |							  |							 |     Öko-
	no-   	    | „Kommunitarismus“		  |	 	      	    Rechts-Sein	 |     no-
	misch-	    |							  |	        					 |     misch-
	er      	    |				         _______|_______	    				 |     er
			    |				        /				   \					 |
	Fo-   	    |				       /				     \					 |     Fokus
	kus   	    |				      /					      \					 |
			    |______________|        „Zentrismus“        |______________ |      auf
	auf   	    |				      |					      |					 |
			    |				       \				      /					 |     dem
	der   	    |				        \				     /					 |
			    |				         \______________/					 |     In-
	Ge-   	    |						    	  |							 |     di-
	mein-	    |							  |							 |     vi	-
	schaft	    |    Links-Sein				  |		    „Individualismus“	 |     du-
			    |_______________________|_______________________|     um
					      	kultureller Fokus auf dem Individuum
 
Nolan-Diagramm aus englischer Wikipedia: Political Spectrum (übersetzt)


 

Beschreibung

Hiernach sieht Nolan das Linkssein als Ökonomie bestimmt durch die Gemeinschaft, was richtig ist und die Kultur wird durch das Individuum bestimmt, was im Vergleich richtig ist. (Tatsächlich hängt die Kultur einer Gesellschaft natürlich von der Produktivkraftentwicklung und den Produktionsverhältnissen ab. Das Nolan-Diagramm beschreibt also die Verfügbarkeit für – und Bestimmung durch – das Individuum.) Das Rechtssein einer Gesellschaft bedeutet im Gegenteil dazu, daß die Ökonomie von einzelnen Individuen bestimmt wird und die nur die Kultur aller ist. Diese Betrachtungsweise ist angelsächsisch.

Insgesamt merkt man schon hier, daß auch hier wieder die Dimensionen schlecht gewählt sind. Um die Lücken zu füllen, wird ein „Individualismus“ kreiert, bei dem der ökonomische und der kulturelle Fokus auf dem Individuum liegen soll. Die obere linke Lücke, wo der kulturelle und ökonomische Fokus auf der Gemeinschaft liegt und dem Individuum nichts bleibt, wird „Kommunitarismus“ genannt. Die Mitte von allem heißt „Zentrismus“.
 

Was ist falsch an diesem Diagramm?

Zunächst gibt es keinen Kommunitarismus! Es gibt einfach keine Beispiele dafür. Den Individualismus gibt es ebenfalls nicht. Das liegt daran, daß in Sozialistischen also Linken Systemen die Ökonomie der Gemeinschaft deswegen so wichtig ist, damit das Einzelindividuum frei von Ausbeutung ist. Diese Freiheit von Ausbeutung bedeutet gleichzeitig kulturelle Freiheit. Wenn ich im Kapitalismus individuelle Freiheit postuliere, hängt sie trotzdem noch vom Geld ab. Außerdem gibt es im Kapitalismus jede Menge Ressentiments, Suchtverhalten und intellektuelle Verkommenheit. Daraus resultiert automatisch Diskriminierung. Die Kultur im Kapitalismus ist trotz vermeintlicher Vielfalt eine stark manipulierte und relativ primitiv. Die Individuelle Freiheit hängt von der ökonomischen ab. Sind die Lebensbedingungen für alle gleich, ist die Freiheit am größten. Die kulturelle Freiheit hängt wie die Emanzipation von der ökonomischen Unabhängigkeit ab. Die ökonomische Unabhängigkeit ist jedoch in Gesellschaften, in denen eben nicht privilegierte Einzelindividuen das Sagen haben, am größten. Damit fallen auch hier wieder beide Dimensionen zusammen. Um es klar im Nolan-System zu sagen: Je mehr der ökonomische Fokus in einer Gesellschaft auf der Gemeinschaft liegt, desto mehr liegt der kulturelle Fokus auf dem Individuum.
Die fiktiven individualistischen oder kommunitaristischen Gesellschaften sind Phantasie mit Schneegestöber – eine redundante Dimension rechtwinklig zum politischen Spektrum!
Die wirkliche Politik spielt sich (im Diagramm schräg) zwischen Links und Rechts ab. Die linke obere und die rechte untere Ecke existieren gar nicht.
 

Emanzipation zwischen Links und Rechts

Als Beispiel für kulturelle Selbstbestimmtheit kann man die Kunst, die persönliche Emanzipation, die geschlechtliche Emanzipation in Leben und Beruf, die Freiheit mit beliebiger Hautfarbe herumzulaufen oder das Ausleben von Homosexualität betrachten. All diesen Phänomenen ist eigen, daß sie im Kapitalismus von Mitgliedern der herrschenden Klasse ausgelebt werden können. Folglich sind Mitglieder der herrschenden Klasse (Condoleezza Rice) unabhängig von sexueller Ausrichtung Hautfarbe, Geschlecht oder Religion emanzipiert. Im Sozialismus sind es alle. Deswegen, weil moralische Vorstellungen nur bei ökonomischer Unabhängigkeit durchbrochen werden können, gab es in der DDR FKK und in der BRD nicht.

 

Worin besteht der prinzipielle Irrtum der falschen Modelle?

Die rechtslastigen Modellbauer glauben aufgrund der antikommunistischen Propaganda, der sie ihr ganzes Leben lang ausgesetzt waren und die sie kritiklos aufgenommen haben, daß Kommunismus etwas schlimmes sei. Sie glauben, daß Kommunisten Verbrecher wären und schlimmes wollen. Tatsächlich wissen sie nichts. Sie haben nicht gelernt, Behauptungen oder gar Kategorien auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Daher glauben sie.
Der Glaube aber ist Betäubung.
Der Antikommunismus kommt von ganz rechts. Sein Ziel ist die Verschleierung von Ausbeutung und Unterdrückung, die Bekämpfung alles Linken und die Vorbereitung des Terrors gegen Links. Demagogischer Inhalt des Antikommunismus, der sich selbst tarnen muß, ist logischer Weise die Totalitarisideologie (abgeleitet von Totalitarismusdoktrin), welche behauptet, daß Links und Rechts gleichermaßen schlimm wären – und Links eigentlich noch schlimmer. Die Totalitarismusideologie verfolgt damit zwei Ziele. Die Tarnung der eigenen rechten Identität und den gerade erläuterten Kampf gegen Links. Die Totalitarismusideologie macht aus Gut Böse. Folglich muß das Spektrum verbogen oder um eine Dimension erweitert werden. Aber auch die raffinierteste Hinzufügung von weiteren Größen kann ein System, in dem falsche Grundannahmen stecken, nicht reparieren. Die falsch hinzugefügten Dimensionen enthalten keine Wahrheit. Sie verwirren den Rezipienten. Verklärende Darstellungen von Konservatismus werden kreiert und ein undifferenzierter „Liberalismus“ erfunden, den es in dieser Form (siehe oben) nicht gibt.
Den falschen Modellen merkt man ihre Abstammung von genau dem politischen Spektrum und der antikommunistischen Totalitarismusdoktrin an.

 

Fazit

Alle drei Modelle stellen sachlich nicht begründbare ideologische Konstrukte dar. Sie sind erkennbar durch Ablehnung des an sich entlarvenden politischen Spektrums entstanden. Sie stellen die Sehnsucht der Ausbeuter nach einem die wahren Verhältnisse verschleiernden Modell dar. Sie sind gleichzeitig ein Dokument der Phantasielosigkeit ihrer demagogischen oder verwirrten Erzeuger.
Das vierte Nolan-Modell, das evtl. dem politischen Kompaß als Vorlage gedient hat, wurde aus zwei abhängigen Dimensionen konstruiert, um eine künstliche politische Landschaft zu erzeugen. Davon kann man zwei fiktive Ecken verlustlos wegschneiden.
Gerade in der Tatsache, daß das politische Spektrum von einer einzigen Dimension aufgespannt wird, liegt Information und Wahrheit.
Diese Dimension, die von Links bis Rechts reicht ist die politische Dimension und alles, was davon abweicht, nennen wir Linken unpolitisch.

[Evariste]

 

1 Hierbei muß beachtet werden, daß das Wort „extrem“ zwei Bedeutungen hat. Die erste Bedeutung ist besonders (im Sinne von besonders stark). Die zweite Bedeutung meint, die Anwendung extremer d. h. Menschenverachten der Mittel. Die Wikipedia-Autoren und die jenigen,die sich das Hufeisenschema ausgedacht haben sind sich der doppelten Bedeutung nicht bewußt. Die Autoren machen also automatisch den Fehler, daß sie den besonders Linken die Nutzung extremer Mittel unterstellen. Diese Schlußweise ist noch nicht einmal eine Analogie, sondern schlicht ein phonetischer Schluß.

2 Im deutschen Wikipedia-Artikel Nolan-Diagram ist „personal freedom“ mit „gesellschaftliche Freiheit“ übersetzt. (englisch: Nolan Chart )

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Was ist arbeitskampfverzerrend?

07.02.12 (#### Schule des Linksseins ####, Li### Linke ###, Li_Was ist ...)

Wörter: 591; Linkslevel: Linke

Der Ideale1 Arbeitskampf besteht aus einem Wechselspiel zwischen Unternehmern bzw. Unternehmerverbänden einerseits und den Lohnabhängig Beschäftigten bzw. ihren Gewerkschaften andererseits, bei dem jede Seite versucht, möglichst günstige Produktionsbedingungen für sich selbst zu erzielen.

 

In der Vergangenheit – eigentlich immer – wurde in diesen Arbeitskampf vermittels des Staates eingegriffen, beispielsweise indem man Arbeiterdemonstrationen niederschoß oder auseinanderjagte. Später dann (Nazi-Zeit) verbot man Gewerkschaften und sperrte alle Linken ein. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Gewerkschaften wieder zugelassen und durch das Beispiel des Sozialismus wurden in Verhandlungen relativ hohe Lohnabschlüsse erzielt. Nach dem Ende des Sozialismus hielt man das nicht mehr für notwendig und die normale kapitalistische Verelendung begann. Heute sind die Methoden weitaus subtiler, als vor hundert Jahren. Als Gerhard Schröder 1998 die Bundestagswahl gewann, ahnte niemand, daß er wie kein Konservativer zuvor in die Tarifautonomie und die relative Waffenungleichheit zwischen Gewerkschaften und Unternehmern zugunsten der Unternehmer eingreifen würde. Seitdem wurden Flächentarifverträge durchlöchert, Leiharbeit gefördert, der Reallohn gesenkt und Zwangsniedrigstlohnarbeit eingeführt. Neoliberalismus und Wettbewerbsorientiertheit prägte die Schröder-Zeit. Prekarität in bis dahin unbekanntem Ausmaß breitetet sich aus2. Ein neoliberal unterwanderter Gewerkschaftsbund sah dem mit dem Nimbus der Gesetzgebung versehenen beschäftigtenfeindlichen und arbeitslosenfeindlichen Treiben tatenlos zu.

 

Arbeitskampfverzerrend (sozialdemokatistisch)

Arbeitskampfverzerrend sind alle administrativen oder gesetzgeberischen Maßnnahmen, die das Recht Gewerkschaften zu gründen, Interessen zu vertreten und in einem jahrzehntelangen – ja hundert Jahre andauernden Kampf zu Resultaten für die Beschäftigten bzw. Lohnabhängigen zu gelangen, untergraben. Arbeitskapfverzerrend ist gesetzgeberische Parteinahme für die Ausbeuterseite oder die administrative oder gesetzgeberische Verunmöglichung oder Limitierung von Ergebnissen eines Arbeitskampfes. Denn in der umgekehrten Richtung kann eine Gleichgewicht nicht gefunden werden, da der Ursprung des Arbeitskampfes die totale Ausbeutung ist. Auch ein Verbot von Streiks, oder jegliche Einschränkung von Streikrecht ist Arbeitskampfverzerrend. In der BRD herrscht ein sehr rigides Streikrecht Steiken ist im europäischen Vergleich in der BRD kaum erlaubt. Beispielsweise ist der Generalstreik verboten.

 

Nebenproblem – Unterwanderung des DGB

Auch der von rechts unterwanderte DGB, dessen Vorsitzender schon mal Mc Kinsey engagiert, um über die Zukunft der Gewerkschaften zu forschen, bedeutet eine Verzerrung des Arbeitskampfes zugunsten der Unternehmer. Worin besteht diese Verzerrung im Detail? Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist von der neoliberalen SPD unterwandert. Das bedeutet, daß Gewerkschafter, statt sich um Tarifkämpfe und Solidarität zu kümmern, sich um die Konkurrenzfähigkeit ihres Unternehmens oder ihres Landes sorgen. Statt also internationale Branchenweite Solidarität zu üben, verfallen sie in Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit. Der DGB gehört eigentlich neu gegründet (FDGB oder ADGB).

 

Übrig bleibt den kampfmüden unsolidarischen Gewerkschaften dann nur noch ein bisschen Arbeitsrecht und Unfallschutz.

 

Gewerkschaften sind jedoch wichtig. Es ist daher wichtig, die alten rechtslastigen Funktionäre hinauszuschmeißen und möglichst linke zu wählen.

 

Arbeitskampfverzerrend (kommunistisch)

Aus kommunistischer Sicht ist allerdings auch die Idee, eines “Gleichgewichtes im Arbeitskampf” absurd, da Ausbeutung schlicht verboten gehört. Ein „idealer“ Arbeitskampf aus kommunistischer Sicht ist also nur einer, bei dem sich die soziale Situation unter Berücksichtigung der Ausgebeuteten auch in anderen Ländern ständig verbessert.

 

Trotzdem

fördern wir unter tief kapitalistischen Bedingungen den Begriff der Arbeitskampfverzerrung, da der politische Gegner unter der Bedingung eigener ideologischer Hegemonie z. B. den Begriff der Wettbewerbsverzerrung eingeführt hat, welcher implizit Rechte für Unternehmen postuliert, welche wir schlichtweg ablehnen. Es ist wichtig klarzumachen, daß der Gesetzgeber derzeit klar auf der Seite der Konzerne steht. Auch „Wettbewerbsförderung“ ist in der Regel arbeitskampfverzerrend.

 

Wir geben für den Kapitalismus folgende Losungen aus:

Arbeitskampf über Wettbewerb!

 

Verbraucherschutz über Wettbewerb!

 

Umweltschutz über Wettbewerb!

 

Datenschutz für Bürger, statt für Unternehmen!

 

Freiheit nur für Menschen!

 

Pflichtversicherung für alle!

 

Internationale Hochlohnpolitik!

 

Kartellrecht international!

 

Generalstreik legalisieren!

 

 

[Evariste, DKP Greifswald]

 

1 Sozialdemokratistisch

2 Das Wort Prekarität war vor der ersten Schröder-Regierung praktisch unbekannt.

 

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Warum die HAARP- und Chemtrail-Legenden Quasihoaxe sind

04.02.12 (F### Fortgeschrittene ###, F_Warum (Woran merkt man) …, TaP Widerspruch, ThK Technikfolgen)

Wörter: 2977; Linkslevel: Fortgeschritten
Verschwörungstheorien1 verbreiten sich schnell und insbesondere wenn Leute, Organisationen oder Staaten, die sowieso irgendwie böse sind, verdächtigt werden, verbreiten sie sich besonders schnell.

Es ist jedoch ausgesprochen ärgerlich, wenn großer Blödsinn auch von Linken verbreitet wird, nur weil sie keine naturwissenschaftliche Bildung haben und es auch nicht für nötig erachten, die Plausibilität von Legenden zu überprüfen.
 
Die Legende von der Wetterwaffe – ja sogar Erdbebenwaffe HAARP gehört zu den Medienphänomenen westlicher Gesellschaften, in denen sich auch Erdstrahlenlegenden halten wie Kettenbriefe. Daher die Einordnung des Artikels.
Aktueller Anlaß des Artikels ist die Tatsache, daß der an sich politisch sehr kundige Linksparteipolitiker Norman Paech zwei Hoaxen aufsitzt, die es in sich haben:

  1. dem HARRP-Quasi-hoax
  2. dem Chemtrail-quasi-hoax

 

Was ist ein Hoax?

Ein Hoax ist eine auf Verbreitungseffizienz optimierte Legende, die – in der Regel geschickt geschrieben – sich zur Freude ihrer Urheber besonders weit verbreitet.

 

Was ist ein Quasihoax?

Weil aber nicht alle Legenden in der arglistigen Absicht geschrieben wurden, nur der Verbreitung zu dienen, sondern auch durch guten/bösen Glauben, Eindrücke oder Überzeugungen entstanden sind, wird hier die Kategorie des Quasi-Hoax eingeführt.

 

Was wäre zu zeigen?

Wenn also die beiden erwähnten Legenden tatsächlich Quasihoaxe sind, wäre zu zeigen, daß sie falsch sind.

 

1. Warum die HAARP-Legende ein Quasihoax ist

Legende HAARP

Das High Frequency Auroral Research Program (HAARP) steht unter der Leitung der US-Luftwaffe und der US-Marine und dient Angaben des Militärs zufolge der Erforschung der oberen Atmosphäre.
Legenden über das HAARP breiten sich im Internet aus wie ein Hoax oder ein Kettenbrief – und so schön das Internet als Alarmanlage funktioniert – wenn plausibler Blödsinn sich ausbreitet nützt das niemandem.
Es gibt in Bezug auf das HAARP die Legende, daß man damit das Wetter beeinflussen könnte, gar die, daß man damit Erdbeben (triggern?) erzeugen könnte. Von Wetterwaffen oder gar Erdbebenwaffenist die Rede. Es wird teilweise behauptet, man könne mit HAARP den Jetsream und damit ds globale Wetter verändern.

 

Was ist falsch an der HAARP-Legende?

Grundlegendes

Strahlenwaffen
>Strahlenwaffen gehören in der Tat zu einer neuen Form der Bedrohung. Diese sind jedoch nur gegen anfliegende Flugkprper einsetzbar und können eine gewisse Menge von unterschiedlichen Formen und Anwendungen haben. In der Regel kann man nämlich aus der Form der Waffe auf die Art der Anwendung schließen. Das werden wir hier tun.
Es gibt Mikrowellenwaffen, die man gegen feindliche Elektronik einsetzt, Mikrowellenwaffen, die man auf die Schmerzrezeptoren von Menschen (Nozizeptoren) richtet oder auch Radiowaffen, die mittels elektromangnetischer Felder, heranfliegende Flugkörper zerstören. Das letzteren hier interessanten Beispiel so diskutiert und mit HAARP verglichen werden. Es wurde ein riesiges Antennenfeld (Antennenwald) konstruiert, mit dem man durch zeitkontrollierte Ansteuerung ein Singnal aussenden kann, das sich durch gesteuerte Interferenz fokussieren läßt. Diese Waffen lassen sich gegen schnell heranfliegende Objekte einsetzen, indem man mit ihnen die Atmosphäre vor den Objekten ionisiert, und damit die Eigenschaften des Mediums schockartig ändert. Das Objekt wird dann durch mechanische Überlastungen zerrissen oder zum Absturz gebracht. Hierzu ist allerdings zu sagen, daß man Antennenwälder auch zum Empfang und zur gerichteten Überwachung nutzen kann. Bekannt ist, daß solche Antennenwälder in den USA und in Rußland, in Norwegen und in Puerto Rico stehen.
 

Spionageeinrichtungen
Spionageeinrichtungen sind so vielfältig in Form und Gestalt, wie in ihrer Funktion. Die Form hängt von der Funktion und damit vom Ziel der Spionage ab. So ist es möglich, Kommunikationssateliten oder andere Einrichtngen anzupeilen. Das ist natürlich schwierig, wenn man keine direkte Verbindung hat. Meistens werden hierfür sehr große Parabolspiegel genutzt. Soweit man die extrahierten Daten entschlüsseln kann, kann man so spionieren. In dem Buch das Ende der Anonymitäthat sich die Autorin beispielsweise mit der Satelitenüberwachung durch das Echelon-Projekt befaßt. (Kalter Kaffee, aber) Jeder Zweck benötigt eine entsprechende Technologie.
 

Militärische Kommunikation mit Unterwasserfahrzeugen
Wenn ein UBoot sehr tief taucht, ist es aufgrund der elektrischen Leitfähigeit des Wasssers sehr gut abgeschirmt. U-Boote müssen also umzu kommunizieren in der Regel auftauchen oder sich der Oberfläche nähern, was die Gefahr entdeckt zu werden vergrößert. Daher wünschen sich Militärs eine Kommunikationseinrichtung, die in der Lage ist, auch schwächste Signale zu Orten und vor allem zielgerichtet zu senden und viellecht auch noch zielgerichtet zu empfangen(!!).
>Nutzt man dann noch mehrere Frequenzen, die jede für sich unterhalb der Rauchschgrenze liegen, gemeinsam mit einem gesteuerten Phasen- und einem definierten Frequenzfilter, hat man eine perfekte, derzeit nicht überwachbare Kommunikation.
 

Realität
Die beiden letzten genannten Varianten werden vom US-Militär selbst als Zweck für den Antennenwald in Alaska angegeben. Das weiter unten beschriebene Interferenzprinzip erlaubt genau die gewünschte Fokussierung. Die imperialistischen USA haben hier tatsächlich etwas entwickelt, was die Möglichkeiten der Spionage, der Überwachung und der heimlichen Kommunikation revolutioniert.
>Leider werden solche Entwicklungen nur aus militärischen Gründen vorangetrieben.
In jedem Falle verheißen die Entwicklungen nichts gutes. Kritik an der Technologie ist daher erwünscht.
Die Kritik sollte aber richtig sein!
 

Da das HAARP-Projekt selbst angibt , die Funkwellenausbreitung, Überwachung und auch den militärischen Einsatz zu erforschen, sollte das HAARP selbst zunächst mal auf Plausibilität überprüft werden. Die offizielle Erklärung kann dann mit der Haarp-Legende verglichen werden. Dabei spielt vor allem die Ausdehnung des Antennenfeldes, die Länge der Antennen, ihr Abstand, ihre Anzahl (ihre Leitfähigkeit) und die verwendete Energie ein Rolle.
 

Anzahl und Anordnung der Antennen

zunächst verwundert es, daß die Zahl der fest installierten Antennen 180 beträgt. Diese Zahl ist keine Quadratzahl und das Feld daher nicht quadratisch. Wenn man eine Waffe konstruiert, konstruiert man sie so, daß sie in alle Richtungen gleichermaßen funktioniert.
Die verfügbaren Bilder und eine primitive Primafaktorzerlegng lassen auf ein Feld von 18 mal 10 oder 9 mal 20 Antennen schließen. (Vielleicht ist ja in der Mitte auch ein vier-mal-vier-Viereck frei geblieben, dann wäre es wirklich quadratisch. Aufgrund einer Abbildung (Winterbild mit 17 erkennbar hintereinanderliegenden Antennen) gehe ich von 18 mal 10 aus.

Die Anzahl der Antennen in einer Richtung entscheidet darüber, wie räumlich, winkelig und spektral hochaufgeöst d. h. wie brillant der Strahl in der Richtung der Reihe fokussiert werden kann. Möchte man Energieeffizienz für die Zerstörung eines Flugobjektes erreichen, sind zehn oder 18 Antennen in einer Richtung ziemlich wenig. Für sehr weit entfernte Objekte ist der Fokus zu schlecht und um einen Abschuß zu erreichen muß man ein ziemlich großes Gebiet aufheizen. Die Richtung hingegen läßt sich durch elektronische Einzelkontrolle der Zeitverzögerung sehr gut einstellen.

Umgekehrt kann man das System natürlich sehr gut zur Verstärkung elektronischer Signale nutzen. Peilt man die Quellen an und führt sie der Peilung entsprechend mit der richtigen Zeitverzögerung zusammen erhält man ein bedeutend verstärktes Signal. Die Militärs selbst geben ja an, mithilfe des Systems mit untergetauchten U-Booten kommunizieren zu wollen.
Das System ist also für die Verstärkung schwächster Signale und für gerichtetes Abhöhren bestens geeignet. Es läßt sich also für Überwachungsaufgaben einsetzen.
 

Energie

Die Sendeleistung der Station ist von Freund und Feind mit 3,6 MW angegeben.
Wollte man anfliegende Flugobjekte zerstören, bräuchte man wenigstens ein kleines Kraftwerk. Wollte man Wetterphänomene beeinflussen, bräuchte man eine riesige Energie. Wenn man eine einzelne Wolke, die am Versuchsgebiet vorbeischwebt, am Abregnen hindern wollte, müßte man versuchen, einen nennenswerten Anteil der Wolke z. B. 15 % zu verdampfen, wodurch die Wolke weiterziehen und an einer anderen Stelle abregnen würde.
Die Energie, die hiefür benötigt würde, wäre gewaltig! Nehmen wir an, die Wolke ist klein und enthält eine halbe Million Tonnen Wasser. Dann braucht man bei einer spezifischen Verdampfungswärme (Die Wärmekapazität bis zum Siedepunkt ist vernachlässigt.) von 2,26 MJ/kg wenn man nur 10 % der Wolke verdampfen möchte etwa 113 Mio. MJ. Um diese Energie bei einer Sendeleistung von 3,6 MW zuerreichen müßte man 31,4 Mio s lang senden. Es würde über ein Jahr lang dauern. Bei der Gelegenheit sei erwähnt, welche ungeheure Energie in den Wetterphänomenen selbst steckt und daß man normaler Weise den umgekehrten Weg geht und die Energie des Wetters anzapft um ein winziges bisschen davon nutzbringend anzuwenden. Letzte Ursache des Wetters ist die Sonneneinstrahlung und die beträgt unter guten Bedingungen am Tage etwa 1,1 kW/m². Das zufällige übereinanderstömen zweier unterschiedlicher Wolkensorten schafft durch Vereinigung des Schattenwurfes einen größeren Effekt, als man mit dieser geringen Sendeleistung jemals erreichen könnte. Nur 3 km² Schatten blockieren soviel Sonnenenergie, wie der HAARP-Effekt, sollte er vollständig und oberhalb der Sendeanlage auf die untere Atmosphäre fokussiert sein, abgibt.

Mit HAARP könnte man also höchstens sehr nahe und kleine Wolken mit hohem Aufwand beeinflussen.
Von Erdbeben brauchen wir hier gar nicht zu reden. Ein einziges kleines Erdbeben der Stärke 4,5 hat Eine Energie von 100 MWh. Ein Erdbeben der Stärke 5,5 hat (lt. Wikipedia) bereits 3 GWh Energie, das ist etwa die Explosionsenergie von einer Mt TNT. Dazu kommt die fehlene Ankopplung. Während man in der (dünnen) Luft durch Fokussierung Felder erzeugen kann, die zur Ionisierung führen, würde bei einer versuchten Fokussierung durch die Erde auf dem langen Weg eine Absorption bei weit niedrigeren Energien im Inneren der Erde stattfinden.
In dem Experiment im verlinkten Film2 strahlt der “Doktor” in seinem lächerlichen Sandkastenexperiment keineswegs elektromagnetische Strahlen auf den Sand, sondern hauptsächlich Schallwellen. Ein Lautsprecher wandelt Wechselstrom in Schallwellen. Die von der Spule erzeugten Magnetfelder ziehen einen Maneten an, wodurch die Feldänderung mit einer gewissen Verzögerung kompensiert wird. Die Schallwellen werden durch die Form der Membran ein wenig nach vorn fokussiert. Das Ergebnis ist nicht verwunderlich.

Der Versuch durch die Erde zu fokussieren. Die Erde ist nicht homogen für Elektromangnetische Wellen. Sollte man trotzdemversuchen, hindurch zu fokussieren, hat man eine Entfernung von bis zu 13 000 km zu überbrücken um atmosphärische Phänomene auf der anderen Seite zu beeinflussen. Auf diese Entfernung mit einer Antennenarrey-Kantenbreite von etwa 200 m mal 360 m zu fokussieren, bedeutet große laterale und vor allem vertikale Verluste. Trotz der Interferenz hat man ja nur zwei bis drei Handvoll Antennen in jeder Richtung und daher wie oben erwähnt eine schlechte Brillanz.
Um also wirklich Wetterphänomene beeinflussen zu können müßte das System eine kantenlänge von 20 km und entsprechend mehr Anennen besitzen ewa hundert Kernkraftwerke müßten am Rande des Antenensystems sitzen um die Energien bereitzustellen, die Wirkungen zu erzielen, die einige Verschwörungstheoretiker unterstellen.
 

Jetstreambeeinflussung?
Den Jetsream, der ein wasserhaltiger Hochgeschwindigkeitsluftrom in Höhen zwischen 10 und 18 km liegt und zwischen den Klimazellen liegt, kann man mit so lächerlichen Energien nicht beeinflussen, da auch die viel stärkerren Wetterphänomene kaum Einfluß auf denJetstream haben. Eine beieinflussung von Hurrikanes ist mit so geringen Energien selbstredend auch nicht möglich. Wer so etwas glaubt, hat kein wissenschaftliches Vorstellungsvermögen.

 

Gebäude unter den Antennen

Auf allen bekannten Bildern von HAARP sind Container zu sehen, die offensichtlich elektrische Anlagen, Elektronik und wahrscheinlich auch Arbeitsplätze beinhalten. Würde die Anlage ständig zerstörerische Intensitäten aussenden, wäre auch die Elektronik auf dem Gelände selbst in Gefahr. Schon in der Nähe starker Radiosender im Lang- und Mittelwellenbereich schwingen Metallteile oft mit. Um Schäden zu vermeiden müßte der Zaun, der sich um das Gelände herum befindet und aus Metall mit Stacheldraht oben drauf besteht, einen deutlich größeren Abstand besitzen. Offenbar stört der Metallzaun beim Senden überhaupt nicht.

 

Erforschung der Ionosphäre

Offiziell angegeben wird von HAARP selbst, u. a. Die Ionosphäre zu erforschen. Diese ändert sich sehr stark und insbesondere die vertikale Schichtung und ihre schnelle Änderung ist Messungen mit Ballons sehr schwer zugänglich. Daher braucht man ein System, das elektromagnetische Strahlung fokussieren kann, damit sie wie eine Sonde nur in der angepeilten Höhe wirksam wird.

 

Militärkommunikation, Spionage und Überwachung

Das Militär selbst gibt an, mit dem System mit U-Booten zu kommunizieren. Wenn außerdem ständig zwischen senden und Empfangen hin und her geschaltet wird, können die Energien nich sehr hoch sein. Offensichtlich ist auch kein Kraftwerk in der Nähe. Daher kann man davon ausgehen, daß das System tatsächlich für Forschung, Spionage, Überwachung und militärischen Kommunikation genutzt wird. Das System ist insbesondee deswegen erfolgreich, weil es trotz mehrfacher hin- und her- Reflexion zwischen Ionosphäre und Erde noch leistungsfähig genug ist, die erforderlichen Aufgaben zu bewältigen. Das liegt jedoch nicht an der Sendeleistung, sondern am Interferenzeffekt.
 

Wetterkrieg”

EinWetterkrieg mit HAARP ist nicht möglich. Um enen Wetterkrieg mit Regen zu führen,müßte man auf das Territorium des Gegners fliegen und extreme Regenwolken impfen. Das würde jedoch auffallen und außerdem müßten diese Regenwolken erst einmal da sein. Andersherum kannmannatürlich Dürren ertzeugen, indem man systematisch alle Regenwolken abregnen läßt, noch bevor sie das territoriumdes Gegners erreichen. Allerdings wären auch alle anderen Länder dahinter betroffen und auch diese Aktionen würden enorm aufwändig und auffällig sein.

 

Fazit

Die Beeinflussung des Wetters, Mißernten, Kopfschmerzen und gar Erdbeben durch HAARP sind Legenden. Daß die USA böse Dinge tun, z. B. Kuba mit Kartoffel-Schädlingen oder Dengue-Fiber zu verseuchen, und ständig Kriege vom Zaune brechen, bedeutet nicht, daß sie für jedes Unglück der Erde verantwortlich sind.

 

2. Was ist falsch an der „Chemtrail“-Legende?

Der Inhalt der Legende

Um der (selbstverschuldeten) Klimaerwärmung zu begegnen, ohne etwas gegen die Ursachen zu tun, wird die obere Atmosphäre mit Tröpfchen oder Aerosolen versehen, und zu diesem Zwecke mit Metallionen geimpft, oder mit dünnen Metallstreifen versehen, um die Reflexionseigenschaften der oberen Atmosphäre zu beeinflussen um durch die Reflexion von Sonnenlicht und mit dem der dementsprechenden Schattenfraktion den Treibhauseffekt zu kompensieren. Dabei wird die Umwelt mit Chemikalien verseucht.
Die Legende besagt, daß unter anderem Silberiodid, Metalloxiden, Bariumionen, … und Aluminiumionen, bzw. z. T. auch dünne Aluminiumstreifen in die Atmosphäre ausgebracht würden.
Zum Beweis werden jede Menge Kondensstreifen abgebildet, getarnte Flugzeuge fotografiert und Wetterphänomene abgebildet.

 

Warum ist diese Legende Blödsinn?

Reflexionseffekt und Aufwand

Die Verschwörungstheoretiker behaupten, daß die Metallionen in sehr großen Höhen ausgebracht würden und so die Reflexion des Sonnenlichtes in sehr großen Höhen stattfinden und somit eine Aufheizung der Erde durch sehr dünne Zirruswolken verringert würde. Ein solcher Effekt wäre auf einem begrenzten Territorium für kurze Zeit erzielbar.
Man müßte allerdings dafür sogen, daß die Wolken nur tagsüber da sind, weil sie nachts die Abkühlung verhindern und Licht, das in den Weltraum abgestrahlt würde, zurückwerfen. Eine besondere Kleinheit der Tropfen kann diesen Effekt jedoch unterstützen, da das nachts abgestrahlte Licht deutlich langwelliger ist. Sehr kleine Tröpfchen bewirken also einen negativen Treibhauseffekt. Trotzdem ist der Aufwand dieses zu erreichen gewaltig, da ein relevanter Anteil der gesamten Erdoberfläche ständig mit Ionen besprüht werden müßte. Höhenströmungen und Zyklen, sowie Klimazellenströmungen würden die Atmosphäre an vielen Stellen schnell reinigen. Eine riesige Flotte von Flugzeugen wäre nötig, um diese Menge an Ionen auf einer So gewaltigen Fläche auszubringen.
 

Menge der Ionen

Zunächst betrachten wir die Frage mit den Alustreifen. Selbst wenn man Aluminium zu 300 nm dünnen Streifen auswalzen würde (dünner geht es nicht da die sich außen bildende Korundschicht sonst kein Aluminium mehr übrig lassen würde), würden die Streifen in wenigen Tagen den Erdboden erreichen. Sie würden beim Herabsinken das Radar aller in der Nähe befindlichen Radarstationen stören bzw. ein deutliches Signal hinterlassen. So dünnes Aluminiumwäre übrigens gefährlicher als Glaswolle und fast so gefährlich wie Mica oder Asbest. Die Ausbringung solcherart Feinstaubes wäre strafbar.
Betrachten wir also die Ionen. Auch und gerade die schweren Bariumionen würden entsprechend der barometrischen Höhenformel innerhalb weniger Wochen, jedoch als Kondensationskeime innerhalb von Tagen oder Stunden den Erdboden erreichen. Und müßten beinahe täglich, mindestens jedoch wöchentlich auf dem gesamten Territorium ersetzt werden. Insgesamt ergäbe das eine extreme Düngung der Erde, die die gesamte Volkswirtschaft finanziell und die Umwelt ebenfalls extrem belasten würde. Es ist absurd.
 

Dauer der Kondensationsstreifen

Wie lange Kondensationsstreifen am Himmel bleiben, ist höchst unterschiedlich. Es hängt von der Luftfeuchtigkeit, der Temperatur und folglich auch von der Höhe ab. Verschwörungstheoretiker behaupten, daß die als „Chemtrails“ identifizierten Streifen besonders lange bleiben. Teilweise meinen sie daß einige sich auflösten, während andere länger blieben. Das kann z. B. an der unterschiedlichen Höhe liegen. In der Regel hat man nämlich in unterschiedlichen Höhen auch unterschiedliche relative Luftfeuchten, sonst würden keine Wolken aufsteigen und es gäbe kein Wetter.
 

Gitterartige Strukturen

Auf einigen Bildern der Chemtrail-Befürworter sind viele Chemtrails in teils gitterartigen Strukturen zu sehen. So etwas kann in Ländern mit hoher Flughafendichte vorkommen. Einige Flughäfen haben sich kreuzende Landebahnen. Werden die Kondensstreifen weggeblasen, können sie sich mit Kondensstreifen,die zu anderen Flughäfen gehören, vermischen und können sich, wenn sie sich in unterschiedlichen Höhen befinden, auch kreuzen. Wollte man Chemikalien ausbringen, würde man Kreuzungen vermeiden, weil sie ineffizient wären.
 

Länderübergreifendes

Die Beschränkung auf ein Land oder wenige reiche Länder, die sich einen solchen Aufwand vermeintlich leisten könnten, ist für das Weltklima nicht bedeutsam. Da diese Länder im Vergleich zum gesamten Erdball über eine relativ kleine Fläche verfügen. Es ist ohnehin nicht denkbar, daß eines dieser Länder tatsächlich versuchen sollte, solche Kosten aufzuwenden, statt mit den Mitteln die Ursachen des Treibhauseffektes zu verringern.

Da die Atmosphäre ständig in Bewegung ist, wäre eine Aerosolschicht in wenigen Tagen ohnehin weggeblasen und müßte neu erzeugt werden. Andere Länder würden mit Schadstoffen belastet werden und sich beschweren.
Wer also tatsächlich das Weltklima beeinflussen wollte, müßte versuchen, den gesamten Planeten mit einem Tröpfchen-, oder Schneeflockenschatten zu überziehen. Ein so gewaltiger Aufwand (+ Energieaufwand) und die Beschädigung der Atmosphäre ohne direkten Nutzen ist absurd.
 

Politik der Negation des Treibhaueffektes

Die Fans der Verschwörungstheorie glauben, daß ausgerechnet diejenigen Politiker, die den Treibhauseffekt leugnen und nichts zu seiner Bekämpfung tun (wollen) diejenigen sind, die sich zur heimlichen Bekämpfung seiner Symptome verschworen haben.
Linke wissen, daß diese Politiker jedoch auch genau dieselben sind, die Sozialabbau betreiben, Waffen kaufen, fremde Länder mit Krieg überziehen, Menschenrechte verletzen, und rhetorisch die edelsten Motive aufwenden um die schlimmsten Verbrechen zu rechtfertigen oder zu kaschieren. Es ist absurd, anzunehmen, daß ausgerechnet sie sich um so etwas wie den Treibhauseffekt kümmern sollten.

 

Was würde man ansonsten tun, um die Wärmestrahlung auf die Erde zu verringern

Von höherer und etwas dauerhafterer Effizienz ist die Idee, alle flachen Hausdächer weiß zu streichen oder gleich Solarmodule darauf zu deponieren, da die Städte mittlerweile einen großen Anteil an der Fläche einiger Länder haben, ist die Beeinflussung der Reflexionseigenschaften der Städte im sichtbaren Bereich des Spektrums ein sinnvoll zu betrachtender Parameter.

[Evariste]

 

1 »Was ist eine Verschwörungstheorie?« (unfertig)

2 Dummer HAARP-Film Teil 2 bei 6:20 min lustiges Interview mit „Doctor“ Agnew. Er hat keine ELF-Wellen am eigenen Leib erfahren und auch kein Erdbeben ausgelöst. Diagnosewellen sind im Vergleich zu Vorgängen in der Erdkruste extrem schwach.

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Warum der BuFDi verboten gehört

01.02.12 (#### Schule des Linksseins ####, F### Fortgeschrittene ###, F_Warum (Was ist die Ursache?) ...)

Wörter: 360; Linkslevel: Fortgeschrittene
Was ist der Bundesfreiwilligendienst?

Der Bundesfreiwilligendienst (BuFDi, BFD)) wurde als Ersatz für den mit der Abschaffung des Wehrdienstes obsoleten Zivildienst geschaffen. Im BuFDI können Freiwillige freiwillig ohne Vergütung bis zum umfallen arbeiten.

 

Frühe Kritik

Bereits am Zivildienst wurde kritisiert, daß er niedrigbezahlte unqualifizierte Beschäftigte benutzt, um qualifizierte hochbezahlte Arbeitskräfte tendenziell aus ihren Beschäftigungsverhältnissen zu drängen und somit reallohnfeindliche Politik ist.
Es wurde kritisiert, daß es sich um Zwangsarbeit handelt, der das menschenfeindliche und nationalistische Dogma die Menschen dem Staate dienstbar zu machen, zugrunde liegt. Folglich wurde der Zivildienst von Linken Zwangsdienst genannt.

 

Argumentation

Nun soll also der Zwangsdienst durch einen Freiwilligendienst ersetzt werden, die asoziale Funktion der Reallohnsenkung wird jedoch beibehalten. Wer im BuFDi arbeitet, erhält neben Unterkunft und Kleidung nur ein Taschengeld1. Gleichzeitig wird auf massenhaft unqualifiziertes Personal gesetzt.
Statt also “Freiwillige” einzusetzen, sollte man lieber auf Qualifikation setzen.

 

Gegenargumentation

Wie schon der Zivildienst, so ermöglicht auch der BuFDi es jungen Menschen, neue Berufsfelder zu entdecken oder sich in der Arbeitslosigkeit sinnvoll zu betätigen oder sich wenigstens beruflich zu orientieren.

 

Weitere Argumentation

Das könnte man allerdings auch mit einer tariflich abgesicherten Beschäftigung oder wenigstens einer anständig bezahlten Tätigkeit bieten.

 

Resultat

Der BufDi ermöglicht, wie schon der Zivildienst, wie unbezahlte Praktika, wie Ein-Euro-Jobs das massenhafte Arbeiten unter Tarifniveau. Es ist unsolidarisch, nationalistisch, politisch unklug und ein staatlicher Eingriff in den Arbeitskampf.

Der BufDi ist arbeitskampfverzerrend!

 

Fazit

Der BuFDi ist nationalistisch gefärbter Klassenkampf von oben. Er gehört verboten, weil er über die Gesetzgebung in den Arbeitskampf eingreift.

 

Ergänzung für Anfänger

Warum ist der Bundesfreiwilligendienst nationalistisch?

Im Anfängerartikel »Was ist schlimm an Nationalismus?« sind die drei Haupteigenschaften des Nationalismus aufgezählt. Die erste Eigenschaft beschreibt die Unterordnung von Individuen unter ein grundlos postuliertes Wesen. Die Idee, die Menschen dem Staate dienstbar zu machen, spielt genau mit dieser Vorstellung und beutet ihre Kapazität aus. Dabei geht es in Wirklichkeit um Ausbeutung und Bereicherung, denn die Kapitalisten sind sich bei aller Konkurrenz weltweit einig in ihrem Kampf gegen die Armen, da hohe Löhne ihren Profit schmälern. Nationalismus wurde für die dummen Armen kreiert. Reiche sind längst international vereint.

[Evariste]

 

1 Zusätzlich kann Kindergeld, Wohngeld und Alg II beantragt werden.

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Was ist Zionismus?

21.01.12 (F### Fortgeschrittene ###, F_ Was ist ..., ThK ### Thematische Kategorien ###, ThK Antifa ## Antifaschismus ##, ThK Antifa Faschismus, ThK Antifa Nationalismus, ThK BRD-DDR-Nebenbeivergleich, | S ### Serien ###, | S St ## Serie Staaten ##, | S St Israel)

Wörter: 1049; Linkslevel: Fortgeschrittene
Geht man von Theodor Herzl dem Urheber und Gründer des Zionismus aus, so handelt es sich um eine organisierte Selbstverteidigung gegen die Bedrohungen aller Juden auf der Welt, die eine Lehre aus dem Holocaust – dem sehr weitgehenden Ausrottungsversuch durch die Nazis ist.

Fragt man gestandene Linke, heißt es: „.. von Anfang an eine bürgerlich kolonialistische Ideologie“.

Wir machen eine heutige Bestandsaufnahme. Dazu holen wir weit aus.

 

Lehren aus dem zweiten Weltkrieg

Was viele sehr Linke schon früher wußten:

  • Das Kapital macht den Krieg.
  • Der Faschismus kommt vom Finanzkapital.
  • Das Kapital kennt weder Freund noch Feind, aber es ist der Feind des Volkes1.
  • Faschismus ist extrem rechts.

 

Der zweite Weltkrieg hat uns Linke dann einige prinzipielle Sachen gelehrt:

  • Rassismus nützt dem Kapital.
  • Nationalismus nützt dem Kapital.
  • Völkische Gesinnung nützt dem Kapital.
  • Die Gleichberechtigung der Frau ist links und nur links.
  • Faschisten sind Massenmörder, die zunächst den politischen Gegner liquidieren und in der darauf folgenden Terrorherrschaft dann nach Belieben Lieblingsfeinde umbringen. Daher wurden zunächst Kommunisten verhaftet, dann Sozialdemokraten und Gewerkschafter, dann die Gewerkschaften verboten, dann Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle und Behinderte diskriminiert und schließlich – gut oder schlecht versteckt – umgebracht. In den KZs wurden außerdem jede Art von Antifaschisten, aufsässige Christen, gewöhliche Verbrecher und viele andere eingesperrt und umgebracht.
  • Krieg kommt vom Kapitalismus.

 

Was außerdem die Bürgerlichen heute noch wissen

  • Biologismus und Euthanasie sind irgendwie schlecht.
  • In den KZs wurden viele Menschen umgebracht.
  • Juden wurden umgebracht und man wollte sie ausrotten.
  • Religiöse Toleranz ist wichtig.

 

In einer am 20. Januar 2012 gehaltenen Gedenkrede sagte der CDU-Politiker Christian Wulff in den KZs wären Juden umgebracht worden. Andere Opfer nannte er nicht. Diese Verkürzung auf die größte Gruppe der Ermordeten wird immer häufiger.

 

Was die Juden in Deutschland noch wissen

Die deutschen Juden haben als vom Holocaust Betroffene einen in der Regel hohen Bewußtseinsstand. Viele setzen sich gegen Neonazismus ein. Einige, die zum Establishment gehören, oder gehören wollen, stehen rechts und schmeißen mittlerweile rechts und links in einen Topf. Die rechten Juden sind teilweise für Angriffskriege und finden die imperialistische Armee gut.
 

Das Schnittbewußtsein der deutschen Juden ist daher gering:

  • Die Nazis wollten die Juden ausrotten.
  • Die bösen Faschisten sind rassistisch, nationalistisch und antisemitisch.
  • Faschisten sind die direktesten akutesten und schlimmsten Antisemiten.
  • Religiöse Toleranz ist wichtig.
  • Rassismus ist schlecht.
  • Nationalismus hört sich schlecht an und ist ein schlimmer Vorwurf.

 

Dieses Schnittbewußtsein ist jedoch wichtig für die Politik des Zentralrates der Juden, da der nur das tun kann, was Konsens ist.

 

Was israelische Juden wissen

Israelische Juden haben nur im seltenen Einzelfall noch gute Kenntnisse über den Faschismus und seine Ursachen. Gerade rechte Juden mystifizieren „Auschwitz“ gern als „singuläres Ereignis“. Das Schnittbewußtsein sieht daher folgender Maßen aus:

  1. Die deutschen Nazis wollten die Juden ausrotten,
  2. Viele oder alle sind gegen uns Juden. – Es gibt viel Antisemitismus in der Welt
  3. Rassismus hört sich schlecht an und ist ein schlimmer Vorwurf.

 

Was ist den israelischen Juden verloren gegangen?

Die wichtigsten Lehren der Linken, über die Ursachen von Faschismus und Krieg kennen die israelischen Juden nicht. Die Ablehnung von Rassimus, Nationalismus und völkischer Ideologie ist ihnen leider fremd. Der Begriff des Faschismus ist ihnen fremd. Der Unterschied2 zwischen Faschist und Nazi ist ihnen nicht geläufig.

 

Zionismus in der Entwicklung

Der Zionismus, der sich zunächst gegen Faschismus, dann gegen Antisemitismus richtete richtete sich später gegen arabische Staaten, in derer vielen sich leider durch die Konfrontation Antisemitismus zur echten Gesellschaftsfähigkeit ausweiten konnte, und ist heute ein Mittel zur Bekämpfung äußerer und innerer Nicht-Juden bzw. neuerdings auch nicht völkisch gesinnter Juden.

Der moderne Zionismus ist völkisch, nationalistisch und religiös fundamentalistisch.
 

Wie ist das zu erklären?

Durch Angst, den ständigen Kampf ums Land und durch die Versteifung einiger Fundamentalisten auf entsprechende religiöse Glaubenssätze hat die Idee das Volk zu schützen sich verwandelt in eine Landnahme- und Eroberungsideologie. Auf diese Weise ist eine rechtsextreme Gesinnung entstanden – bzw. hat sich ausgebreitet.
 

Hegemonialer Rechtsextremismus

Seit ca. zwei Jahrzehnten wird in Israel mehrheitlich rechtsextrem gewählt. Palästinenser werden diskriminiert, und ethnisch vertrieben. Man kann aufgrund der systematisch geringeren Menschenrechte von einem Apartheidstaat reden. Die systematische ethnische Vertreibung der Palästinenser erinnert an die Lebensraum-im-Osten-Srategie der Nazis. Der sich entwickelnde Rechtsextremismus ist naturgemäß militant, militaristisch und erbarmungslos.

Am 10.01.2012 hat das israelische Parlament ein strenges Gesetz gegen illegale Einwanderung verabschiedet, das sich gegen afrikanische Flüchtlinge richtet. Flüchtlinge ohne Aufenthaltsgenehmigung können künftig bis zu drei Jahre ohne Prozeß festgehalten werden3. Wer Flüchtlingen hilft, kann mit Freiheitsstrafen zwischen fünf und fünfzehn(!!) Jahren bestraft werden. Das ist völkischer Nationalismus! Benjamin Netanjahu nannte den Anstieg der illegalen Einwanderung „eine Geißel des Landes“.

Die Regression geht soweit, daß mittlerweile in Landesteilen sogar jüdische Frauen diskriminiert werden und nicht mehr mit Männern zusammen im Bus fahren dürfen.
 

Jahrzehntelange schlimme Politik

Viele Palästinenser, die vertrieben wurden, leben in Flüchtlingslagern. Sie sind dort den Lebensgesetzen, die in einem Flüchtlingslager herrschen, unterworfen. Kriege und die Zerstörung fremder Kulturen prägen die Geschichte Israels, der letzte Krieg gegen Libanon fand ohne erkennbaren Grund statt. Derzeit interveniert Israel mit Söldnern in Syrien und hetzt zum Krieg gegen den Iran, weil dieser Palästinenser, Hamas und Hisbollah unterstützt. Die fortgesetzte ethnische Vertreibung der Palästinenser erfolgt gegen alle UNO-Resolutionen und fußt auf einem rechtsextremen Selbstverständnis, das die eigene militärische Stärke ausnutzt und von Fundamentalisten religiös begründet wird.
 

Was unterscheidet das rechtsextreme Judentum in Israel noch von den Nazis?

  • Biologismus und
  • Vernichtungslager.

 

Vergleich DDR-BRD-Israel

In der DDR war außer dem Krieg auch Hetze gegen andere Völker verboten. In der BRD ist immerhin noch die Hetze zum Krieg (theoretisch) verboten. In Israel ist völkische Ideologie gesetzlich verankert und Werkzeug im Krieg.
Entsprechend den Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg kann man das Selbstverständns der drei Staaten so ausdrücken:
 

DDR: Für Frieden und Sozialismus!
BRD: Für Freiheit und Demokratie der westlichen Welt!
Israel: Das gelobte Land gehört nur uns!
 

Der Staat Israel hat keine Lehren aus dem zweiten Weltkrieg gezogen, obgleich er eine Konsequenz der Naziherrschaft sein will.

 

Was ist Zionismus heute?

Religiös verbrämter völkischer Nationalismus!

[Evariste]

 

1 Volk = Volk2 ist Volk im lateinamerikanischen Sinne → hierzu kurz »Einige Probleme mit der Übersetzung von politischen Begriffen« ganz oben.

2»Was ist Faschismus?« Ganz unten in »Was sind Nazis?«.

3 jW vom 11.01.2012, S.6

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Warum darf es im Sozialismus kein genossenschaftliches Eigentum geben

17.01.12 (SK ### Sozialisten/Kommunisten ###, SK_ Warum darf ..., ThK ### Thematische Kategorien ###, ThK Eigentum)

Wörter: 723; Linkslevel: Sozialistisch/kommunistisch
Genossenschaftliches Eigentum gilt vielen Linken von Feuerland über Europa bis Kamtschatka als das Non-plus-ultra des Kampfes gegen das Privateigentum an Produktionsmitteln. Insbesondere werden die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR als Fortschritt gesehen.
Bevor wir jedoch zur eigentlichen Frage kommen, was schlecht an Genossenschaften im Sozialismus ist, kommen wir zu der, was gut an ihnen ist, was außerhalb der linken Bewegung und teilweise innerhalb nicht unbedingt klar ist. Dabei wird bereits das richtige Thema angesprochen:

 

Das richtige Thema …; Linkslevel: Fortgeschrittene
Die Endlichkeit von verfügbarem Grund und Boden – Was war richtig an der Enteignung der Bauern? (in der DDR)

Die Begrenztheit von Grund und Boden wurde bereits klar in »Links und Eigentum – Warum die Linken die Eigentumsfrage stellen«(Anfänger) unter »Boden« behandelt. Sie ist der Grund, warum die Enteignung der Junker und Großgrundbesitzer und die Aufteilung des Landes an die Bauern richtig war. Über Grund und Boden konnten nun diejenigen entscheiden, die ihn bestellten, viele Köpfe statt weniger von ihm profitieren.

 

führt schließlich zum richtigen Argument; Linkslevel: Sozialisten/Kommunisten
Enteignung der Bauern in der DDR und die Überführung in genossenschaftliches Eigentum war ein Fehler! – Aber was für einer genau?

Die Begrenztheit von Grund und Boden und ihr Wert für die Gesellschaftist aber auch der Grund, warum die Aufteilung von Grund und Boden nach der demokratischen Bodenreform am Beginn der DDR-Zeit falsch war. Wenn Boden zum Privateigentum gemacht wird, ist er privat aufgeteilt und wird vererbt. Die Zahl der Bauern ist damit in gewisser Weise festgelegt, denn der Endlichkeit der Ressource Boden und seiner gesellschaftlichen Bedeutung wurde nicht Rechnung getragen. Was daraus resultiert, wurde in dem oben zitierten Artikel beschrieben. Bisher wurde meist das Argument (für Fortgeschrittene) der Enteignung von Großgrundbesitz {und die Aufteilung von Land auf viele Köpfe verwandt} – was irgendwie links ist.
 

Diese Argumentation ist jedoch ungenau, weil nicht berücksichtigt wird, daß auch Köpfe übrigbleiben (können).
Die Pseudo-Enteignung der Bauern und der Zusammenschluß zu Genossenschaften ist zunächst ein Fortschritt gegenüber der kapitalistischen Marktwirtschaft, da ja immer noch die Junker und Großgrundbesitzer enteignet wurden, aber ein Opportunismus, der genau den oben angeführten beiden Tatsachen (rot) ebenfalls nicht Rechnung trägt. Das sieht anders aus, wenn diese Genossenschaften per Gesetz gezwungen sind beliebige Mitglieder (nach Schlüssel) aufzunehmen. Das man sich dabei in die Genossenschaft einkaufen muß und im Prinzip noch eine Zwischeneigentumsform mit Gewinnen, Verlusten, Verantwortung und Besitzverfügungsrechten hat, ist ein alter Zopf. Selbstverständlich wird damit oberflächlich die alte Forderung erfüllt, daß diejenigen über die Produktionsmittel verfügen, die damit arbeiten. Sie werden das natürlich auch verantwortungsvoll tun. Es bleiben aber welche (Landlose) übrig und in dem oben erwähnten Artikel ist beschrieben, daß dies spätestens beim Generationswechsel der Fall ist, wenn es nicht explizit durch Gesetze verhindert wird.

 

Genossenschaftliches Eigentum im Sozialismus?

Trotzdem ist dies nicht der ganze Fortschritt, da das Eigentum als Ideologie weiter wirken kann. Dieses kann negative Konsequenzen haben. Die negativste ist die der konterrevolutionären Rückführung in den Kapitalismus. Eine solche Rückführung genossenschaftlichen Eigentums – teilweise nahtlos was die Eigentumsform angeht – haben wir erlebt. Eine Genossenschaft im Kapitalismus nimmt, wenn sie konkurrenzfähig ist, am Akkumulationsprozeß teil. Wer will entscheiden, ob eine Genossenschaft, die zwar viele Köpfe ernährt, jedoch gegenüber einem Arbeitslosen im Kapitalismus privilegiert ist, aus schlechteren Linken oder besseren Kapitalisten besteht.
Wir wollen daher klar formulieren, daß genossenschaftliches Eigentum keine voll vergesellschaftete Eigentumsform ist, sondern eine für den Kapitalismus konzipierte Notlösung. Ein Kind, das im Kapitalismus in eine LPG geboren wird, wächst anders auf, als eins, das mit Alg 2 aufwächst. Mit ihrem Auftreten können Ausgrenzung, Akkumulation und Dünkel einhergehen. Im Falle von gesellschaftlich organisierter Not wird das sogar zwangsläufig der Fall sein.
Ein solches Kind wächst allerdings auch anders auf, als das Kind reicher Manager, das mit hoher Wahrscheinlichkeit Dünkel und Überheblichkeit quasi mit der Muttermilch aufnimmt. Genossenschaften sind zunächst gut für den Kapitalismus.

Aber auch im Sozialismus, Ist eine Genossenschaft, wie eine Krücke, eine Krücke, die das ersetzt, was Linke von Rechten unterscheidet – eine Krücke, die das ersetzt, was im Sozialismus zu seiner Erhaltung notwendiger Weise von allen erlernt werden muß – :
 

die Verantwortung

 
!
Jedoch kann eine Genossenschaft im Sozialismus nicht mehr sein, als eine Krücke.
Im Sozialismus würde Eigentum an Produktionsmitteln immer den intrinsischen Drang zur Akkumulation in der Gesellschaft konservieren. Privateigentum an Produktionsmitteln ist eine Rückfallserscheinung des Sozialismus. Ihre (Wieder-)Einführung weist auf Revisionismus hin.
Wir Kommunisten sind für eine volle Vergesellschaftung und das heißt Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln.
[Evariste]

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Was ist eigentlich Al-Qaida?

13.01.12 (A### Anfänger ###, A_ Was ist ..., TaP ### Tagespolitik ###, TaP Brisant, ThK ### Thematische Kategorien ###, ThK Terror(ismus))

Wörter: 366; Linkslevel: Anfänger
Wenn es nach dem gefühlten Terror in den Medien geht, ist uns Al-Qaida als islamistische Terrororganisation „bestens“ bekannt. Besonderen Schrecken verbreitet die Aussicht, daß Menschen sich selbst opfern, um möglichst viele Unschuldige zu treffen. Allerdings sieht das Ganze auch aus wie das Drehbuch zu einem Horrorfilm, in welchem die Gräuel bekanntlich nur für das Publikum kreiert wurden. Das nährt einen schrecklichen(?) Verdacht.

 

Frühe Hinweise

Immer schon meldete sich Bin Laden regelmäßig – wenn auch in immer schlechterer Videoqualität – zum US-Wahlkampf zu Wort. Die von ihm gegründete Nachrichtenagentur – ähh Terrororganisation – bekannte sich zu vielen Anschlägen.
Bekannt sind diverse CIA-Kontakte Bin Ladens z. B. auch als Dialysepatient in Saudi-Arabien.

 

Verdichtung

Wo Al-Qaida herstammt, ist unter Linken schon lange bekannt gewesen. Wir widmen uns hier der Frage, ob Al-Qaida nicht auch eine Funktion im Sinne des Finanzkapitals hat. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf bisher wenig beachtete Artikel, wie »Usama Bin Laden erschossen – eine Serie von Falschmeldungen« oder auch » Was ist „Regime Change“? – Warum einige bereits vom dritten Weltkrieg sprechen« .
 

Hinweise darauf gab es bei uns In den Artikeln
»Die Wahrheit über Libyen – Die totale Lüge«, bzw. (hier verlinkt) bei Susan Lindauer,
»Was ist „Regime Change“? – Warum einige bereits vom dritten Weltkrieg sprechen« , bzw. im Link auf Die Syrische Freie Armee wird vom Militärgouverneur von Tripolis kommandiert.

 

Bestätigung

Die Hinweise, daß Al-Qaida immer im Dienste der USA stand bestätigen sich schließlich mit der Meldung über eine Äußerung der US-Außenministerin Hillary Clinton die wir mit Videobeweis in dem Kurzartikel auf
http://medien-luegen.blogspot.com/2012/01/hillary-clinton-gesteht-al-kaida-wurde.html ,
fanden, wo berichtet wird, daß US-Außenministerin Hillary Clinton nun zugab, daß Al Qaida von den USA gegründet und finanziert wurde.
Wörtwörtlich: „ … we made Al-Qaida …
In fast unzähligen Kriegen wurde das berüchtigte und mittlerweile für besondere Grausamkeit bekannt Monster Al-Qaida eingesetzt: In Afghanistan gegen die Sowjetunion, Im Irak, in Bosnien, im Kosovo-Krieg und in Libyen schließlich aktuell in Syrien.
Wir erinnern, an die besonders schlimmen und ausgedehnten Gräuel Al Qaidas in Libyen, wo Tausende Widerstandskämpfer und ihre Familien von der NATO-Hilfstruppe Al-Qaida massakriert wurden.
 
Es gibt außerdem Hinweise darauf, daß Al-Qaida von dem mit den USA verbündeten Saudi-Arabien aus finanziert wird.

[Evariste]

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